Durningen – Konzert wird Showeffekt-Spektakel

Von Rudi Merz 25.03.2018 – 17:16 Uhr

Elektfonische Instrumente verleihen unter anderem dem Programm des Aktivenorchesters einen besonderen „Anstrich“. Foto: Merz Foto: Schwalzwälder Bote
Eingebettet in eine ausgeklügelte Lichtshow, darunter die Silhouette der Passauer Türme und markante Seedorrer Gebäude, boten die drei Orchester des Handharmonika-Clubs, unterstützt durch das Akkordeonorchester aus Passau, ein grandioses Konzertprogramm.

Dunningen-Seedorf
Mit den durch Elektronik weiterentwickelten Instrumenten wurde ein lukrativer Querschnitt arteigener Literatur und hervorragender Arrangements dargeboten. Ihren ersten offiziellen und gelungenen Auftritt hatten die Tastenhüpfer mit dem „Gummitwist“ des amerikanischen Tonschöpfers M. Hennecke, unterstützt durch das Jugendorchester.
Dem folgten gehörfällige Musical-Filmmelodien unter dem Titel „High School Musical“. Das rhythmische „Hulapalu“ des österreichischen Sängers Andreas Gabalier war nicht der Schlusspunkt, denn die Nachwuchsmusiker kamen um eine Zugabe nicht herum.

Die ehemaligen Aktiven, im Orchester Comebackies mit Gleichgesinnten aus Waldmössingen auftretend, begannen ihren Part bestechend und selbstbewusst mit dem Stück „Sommer of 69“. Dem folgte ein „Krimi Puzzle“ von Adams, in das bekannte Melodien wie der Kriminaltango eingefangen sind. Das Stück „Happy Polka-Party“ erinnerte an zum Volksgut gewordene, internationale Polkamelodien.
Inzwischen in eine erstaunlich höhere Leistungsstufe eingereiht hat sich das Aktivenorchester, das mit der sakral beginnenden „Inspiration“ des Komponisten und Arrangeurs H. G. Kölz aufhorchen ließ. Durch die vielseitigen Möglichkeiten der elektronischen Instrumente bekam dieses Werk einen besonderen „Anstrich“.
Die Melodienfolge der fast volkstümlichen „West Side Story“ regte das Publikum zum Mitsummen an. Das mit einem Oscar ausgezeichnete“Live and let die“ des Beatles Musikers und Songwriters Paul McCartney beinhaltet Melancholie und überschäumendes Temperament mit präzisen solistischen Passagen. Salopp, aber konzentriert folgte „Blues Factory“ des niederländischen Tonschöpfers Jacob De Haan.

 

Stimmung schäumt über

Gespannt waren die Zuhörer auf die Beiträge des Orchesters aus Passau, das unter der Leitung von Gerhard Baier mit der klassischen „Festival-Ouvertüre“ des Akkordeon-Urgesteinkomponisten Rudolf Würthner das Konzert fortsetzte und die Aufmerksamkeit durch diszipliniertes Musizieren hoch hielt.
„Werziade“, ein Werk von Fritz Dobler mit spritziger Thematik und technischen Klippen versehen, wurde souverän wiedergegeben.
Ein besonderes niederbayerisches Schmankerl bot das Gastorchester mit dem Stück „Frühling in Toskana“ von G. Winkler. In mehreren Tonarten in Dur und Moll, immer wieder gestoppt von einem Moderator, mit absichtlich falschen Tönen und Showeffekten brachte die Stimmung im Saal zum Überschäumen.
Den Gesang der versierten Sopranistin Magdalena Groß in „Skyfall“ von Adele begleitete das Orchester feinfühlig. Den wohl berühmtesten Johann-Strauß-Walzer an der schönen blauen Donau in der teilweise fragmentischen und faszinierenden Version „Cuban Danube“ war etwas Neues. Ob als Blues, Jazz oder im Swing war diese Wiedergabe höchst verblüffend. Mit dem futuristischen „Tanz der Vampire“ wollte das gefeierte Gastorchester seine Beiträge beenden, musste aber noch zwei Zugaben folgen lassen.
Die Beiträge der drei gastgebenden Orchester, alle dirigiert von Dieter Witz, wurden von Aaren Grimmeisen und Evelyn Günter kommentiert, die Passauer Darbietungen wurden vom Dirigenten selbst erläutert