Frühlingsreise mit Spuk-Finale

Akkordeon Orchester Passau bietet in Freudenhain beste Unterhaltung

Von Una Steinleitner

Die Akkordeonfreunde DaCapo unter der Leitung von Monika Donaubauer (2. v. l). – Foto: Steinleitner

Nun ist er endlich da, der Frühling, auch musikalisch: Das 1. Akkordeon Orchester Passau e.V. hatte bei seinem Konzert in Freudenhain Unterhaltungsmusik aus allen Ecken der Welt dabei. So geht es gleich zu Anfang hinaus auf den Pazifik mit dem „Hawaiian-Waltz“, gespielt vom Schülerorchester. Dirigent Josef Tischler sitzt selbst unter den jungen Musikern und leitet sie von da aus. Als zweites Stück präsentieren sie einen fetzigen Pop-ChaCha, „Open Up!“, bei dem auch das Publikum zum Mitklatschen animiert wird. Als nächstes betreten die Akkordeonfreunde DaCapo die Bühne. Auch hier spielt die Dirigentin, Monika Donaubauer, selbst mit. „C’est Paris“ heißt ihr erstes Stück, komponiert von Klaus Gengler. Und wirklich lassen einen die Melodien träumen von einem Spaziergang durch den französischen Frühling. Ingeborg Weber, eine der Akkordeonisten, spielt anschließend einen „Irish Tune“ zusammen mit Gerald Meissner an der Geige. Dann nimmt wieder das ganze Orchester das Publikum mit auf die Reise. Nach Kuba mit einer Rumba, Amerika mit „Mr. Rock meets Mr. Swing“ und schließlich mit „Catrina Samba” nach Brasilien. Nach begeistertem Applaus gibt es vor der Pause auch noch eine Zugabe, den Marsch „The Washington Post“ von John P. Sousa. Den zweiten Teil eröffnet die Gruppe „Parapluie“ – Akkordeonist Gerhard Baier dirigiert auch das Stammorchester des 1. AOP. Nun spielt er aber erst einmal zusammen mit Bärbel Löflath an der Geige und Oskar Kappelmeyer am Kontrabass. Franz Elender, mit roter Fliege, schickem Hut und einem Mikro in der Hand, singt mit viel Emotion Schlager und Filmmusik aus den 20er und 30er Jahren von „Heut Abend lad ich mir die Liebe ein“ bis „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Doch auch über englische und spanische Klassiker dürfen sich die Zuhörer freuen. Beim französischen „Swing 42“ tauscht Elender sein Mikro gegen die Gitarre. Mehr von den vier sympathischen Musikern gibt es am 4. Mai zu hören, da treten sie in der Redoute auf. „Im Mostfass nach Berlin“ heißt das Programm, man kann gespannt sein. Der letzte Teil des Abends führt mit dem Stammorchester zunächst nach „Castle Hill“. In mehreren Sätzen erzählen die Musiker mit ihren Akkordeons den Weg zum Schloss, wie die Urahnen im Ballsaal tanzen und wie die Geister spuken. Auch den Tanz der Mäuse kann man sich bildlich vorstellen, perkussiv, durch reines Drücken der Tasten oder Schlagen aufs Instrument imitieren sie das Trippeln und Rascheln der kleinen Tiere. Es bleibt gespenstisch, denn es folgt ein Medley des Musicals „Tanz der Vampire“, das 1997 uraufgeführt wurde. Verstärkt durch ein Keyboard lässt das Orchester die Zuhörer eintauchen in das geheimnisvolle Transsylvanien. Begeistert applaudiert das Publikum den vielen Musikern, die an diesem Abend auf der Bühne standen und darf sich noch über eine letzte Zugabe freuen – den allbekannten Soundtrack von „Ghostbusters“. Die letzten Töne noch in den Ohren spazieren die Besucher hinaus in die laue Frühlingsnacht und freuen sich doch schon auf den Herbst – am 17. November ist das nächste große Konzert des 1. AOP. Das sollte man gleich in den Kalender schreiben.