Faszinierende Klangbilder

Schüler-, Jugend- und Stamm-Orchester sowie Orchester o.N. des 1. Akkordeonorchesters begeistern mit Herbstkonzert

Schwungvoller Auftakt: Das Schülerorchester unter der Leitung von Josef Tischler ließ beim Herbstkonzert des 1. Akkordeonorchesters Passau im Rathaussaal mit beeindruckendem Reggae und Rock sowie einem Party-Hit aufhorchen. – Foto: Wildfeuer

Schwungvoll, mitreißend und auf hohem Niveau – das 1. Akkordeon-Orchester Passau hat mit einem beeindruckenden Herbstkonzert im großen Rathaussaal rund 200 Besucher begeistert. Die vier Formationen bescherten dem Publikum ein ungewöhnliches, höchst anspruchsvolles Programm aus Pop, Jazz, Latin und Klassik, aus energiegeladenen und einfühlsamen Momenten sowie faszinierenden Klangbildern. Das Schülerorchester, dem Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren angehören, nahm die Besucher auf eine musikalische Reise nach Jamaica, Chicago, Wien und München mit. Diese sei „schadstoffarm“ und somit auch im Sinne von Greta, erzählte Leiter Josef Tischler. Die jungen Leute eröffneten ihr Programm mit einem Reggae von der „coolen Sonnenbrille“. Sie verbanden Lebensfreude mit dem rollenden Bass, ließen mit einem Rock-Titel und dem Wiesenhit „Cordula Grün“des Pop-Sängers „Josh“ aufhorchen. Monika Weinzierl (Bass), Gerhard Koschel und Stefan Götzendorfer (Schlagzeug) begleiteten die jungen Musiker. Das Akkordeon-Orchester habe sich vor allem die Jugendarbeit auf die Fahnen geschrieben, sagte Vereinsvorsitzender Georg Hettmann vor zahlreichen Besuchern, darunter OB Jürgen Dupper, Kreisrat Eduard Moser sowie Vertreter des deutschen Harmonika Verbands, des Landesjugendorchesters und der Bezirksvorstandschaft, der Alexandra Riedl, Gerhard Koschel und Stefan Götzendorfer angehören. Es ermögliche jungen Leuten, erste Konzerterfahrungen zu sammeln. Es sei ein gutes Gefühl, zu sehen, dass sich junge Menschen für Musik begeistern, mit Freude, Energie und Elan üben und auf ihren ersten Auftritt hinfiebern. Die Jugendabteilung lege Wert auf Teambildung. Sie führe die Schüler an das Instrument heran, vermittle Sozialkompetenz und fördere auch die Persönlichkeit der jungen Musiker. Er würdigte das Engagement der Jugendleiter, die sich ehrenamtlich für die Kinder einsetzen. Auch OB Jürgen Dupper würdigte das Engagement des Akkordeon-Orchesters, das jedes Jahr im Großen Rathaussaal aufspiele. Es kümmere sich nicht nur um Musik, sondern gebe jungen Menschen auch eine Richtung. Das Stammorchester unter der Leitung und Moderation von Gerhard Baier wartete mit der höchst anspruchsvollem Swing-Nummer „Take the A-Train“ auf, dieBilly Strayhorn für Duke Ellington komponierte, und dem nicht minder großartig dargebotenen Jazz Standard „Take five!“ von Paul Desmond, zu dem ein Meer aus Akkordeonklängen, ein Schlagzeugsolo von Stefan Götzendorfer, Percussion und Trommeln erklangen. Die Instrumentalisten faszinierten zudem mit „Opus One“ und dem Medley „Frank Sinatra in Concert“ nach der Bearbeitung von Hans-Günther Kölz, darunter „Strangers in theNight“. Nach lang anhaltendem, stürmischem Beifall verabschiedete sich das Stammorchester mit der Swing-Zugabe „Skyliner“ von Charlie Barnet. Zusammensetzung und Ausführung des zweiten Teils des Herbstkonzerts trugen die Handschrift des erfahrenen und inzwischen bundesweit begehrten Dirigenten Gerhard Koschel. Das Jugendorchester musizierte unter seiner Leitung vier Sätze aus der„Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel. Nach dem Ausflug ins 16. Jahrhundert musizierten die Jugendlichen die „Swinging Safari“: ein weltweit bekanntes Stück, das die begeisterten Zuschauer zum Mitklatschen veranlasste. Mit dem Orchester ON wagte sich Koschel dieses Jahr an eine Auswahl der „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky: die „Promenade“ eröffnete den Gang durch die Ausstellung, gefolgt von einem „Blick auf den Marktplatz von Limoges“ mit den schnatternden Marktfrauen,einem etwas verrückten „Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen“, dem trägen Ochsenkarren „Bydlo“ und schließlich dem feudalen Schlusssatz „Das große Torvon Kiew“. Der beeindruckende Sound der Akkordeons nach diesem klangintensiven Finale hallte noch lange im Rathaussaal nach. Koschel führte seine Musiker in gewohnt souveräner Form auch durch die technische äußerst anspruchsvollen Passagen von „Ruslan und Ljudmilla“. Das „ON“ begeisterte mit seiner Energie beiden schnellen Passagen und der Einfühlsamkeit bei den langsameren Teilen. Die beeindruckende Darbietung fand ihren Höhepunkt im schwungvollen „Congadel Fuego“ des mexikanischen Komponisten Arturo Marquez. Die lateinamerikanischen Rhythmen wurden durch den Schlagzeuger Stefan Götzendorfer perfekt in Szene gesetzt – Gerhard Koschel selbst griff zu den Klanghölzern und unterstützte seine Musiker gekonnt. Restlos begeistert verlangte das Publikum nach einer Zugabe und wurde belohnt mit „Estancia“ – wiederum ein Stück voller Tempo und Kraft. Mit den Klängen des Schostakowitsch-Walzers Nr. 2 verabschiedete sich das Orchester ON vom Publikum, das bei dieser zweiten Zugabe sogar enthusiastisch mit sang: ein wunderschöner Abschluss für einen unvergesslichen Konzertabend – tw/red